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Forseti - Gott der Gerechtigkeit
Der „gerechte Richter” Forseti gilt als Sohn des Balder und der Nanna, der Tocherter Neps. Er residiert im von Gold und Silber glänzenden Saal Glitnir, gelegen in Glastheim oder auch Gladaheim. In dieser Halle, „von Gold sind die Pforten und von Silber das Saaldach” spricht er täglich Recht bei Götter und Menschen und schlichtet alle Fehden (Edda, Grimnirlied 15). Forseti hat die Gabe der Überzeugungskunst, dass alle Frieden
machten. Diejenigen, die keinen Frieden wollten, tötet er. In seiner
Halle sitzt er zu Gericht und schlichtet Streitigkeiten. Er ist der höchste
Richter Asgards und besitzt enorme Weisheit in
Gerechtigkeitsangelegenheiten. Besondere Verehrung fand der westfriesische Gott Fosite auf der Nordseeinsel Fositesland (heute Helgoland). Hier entsprang eine Quelle, deren Wasser allenfalls schweigend geschöpft wurde, hier weidete das dem Gott geheiligte Vieh, das niemand ungestraft schlachtete. Hierin erinnert Fosite an den griechischen Helios. Homer schilderte, wie Odysseus die Insel Thrinakia des Sonnengottes Helios erreichte, dort seine Mannschaft frevelnd dessen Rinder schlachtete und sie zur Strafe dieses Frevels alle umkamen, bis auf den Odysseus, der dieses zu verhindern versprochen hatte (Homer, Odyssee 12.320ff). Als ein christlicher Missionar, der heilige Willibrord zwischen 690 und 714 auf die Insel kam und Fosetis Vieh bedenkenlos schlachtete, ohne daran zu sterben, vermag der wütende König der Friesen, Radbod, nicht, ihn zu töten, nur einigen von dessen Gesellen kann er ihr Ende bereiten. Allerdings hatte Radbod den Schutzherrn Willibrords, den fränkischen König Pippin zu fürchten (HERRMANN 1994, S. 224f.). Eine zweite christliche Expedition brachte den Missionar Liudger nach Fosetesland. Bei der Anfahrt soll sich eine dunkle Wolke von der Insel verzogen haben, Heiterkeit kehrte ein und das Evangelium hielt Einzug. Selbstredend wurden alle heidnischen Götzentempel vernichtet. Seitdem soll die Insel „Heilig Land”, Hêleglend oder Helgoland, heißen (HERRMANN 1994, S. 225.). Nach friesischer Überlieferung gab der oberste Gott, der als Thius Forsita auch als Eigenschaft des Thius aufgefasst werden kann, dem Volk Recht und Gesetz. Als das Christentum mit den Heerzügen Karls d. Gr. nach Norden vordrang, ließ der Franke die Friesen fragen, wie ihr Gesetz sei. Die Friesen beratschlagten und wählten aus ihren sieben Seelanden zwölf Asegen, (Rechtssprecher), die sie zu Karl sandten. Auch nach eingeräumten Fristen nach friesischem Recht vermochten sie keine befriedigende Auskunft zu geben, weshalb als ihr Schicksal bestimmt wurde, daß sie in führerlosem Schiff ausgesetzt würden. Aufgrund ihrer Gebete gesellte sich den zwölfen ein dreizehnter hinzu und ruderte sie mit einer Axt an Land. Den Dürstenden schaffte er mit dem Wurf seiner Axt auf das Gras an der Küste eine Quelle, ehe er ihnen Recht und Gesetz verkündete. So sei das friesische Recht entstanden. Den Ort wo dieses geschah nannte man später Axenthove, von der Axt, und den Weg des Gottes dorthin Eeswey, den Weg des Ees, vgl. Asen (HERRMANN 1994, S. 226f.).
Quelle: www.loki.de.tf
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