Nerthus - Erdgöttin

Von der Wanengöttin Nerthus gibt Tacitus die älteste Kunde:

Sieben Völker Norddeutschlands hatten ein gemeinsames Stammheiligtum der Göttin Nerthus auf einer Insel des Ozeans. Sie glaubten, daß die Göttin in das Leben der Menschen eingreifen und ihre Verehrer besuchte. Von einem heiligen Haine aus, in dem ihr geweihter, mit einer Decke verhüllter und Blumen geschmückter Wagen stand, hielt sie im Frühjahr auf dem von Kühen (Färsen, die die erste Mutterschaft und Reichtum symbolisieren) gezogenen Wagen, den nur ein einziger Priester besuchen durfte, einen Umzug durch das Land. Friede und Ruhe herrschten dann, und festlich geschmückt waren die Stätten, die sie ihres gastlichen Besuches würdigte. Niemand zog dann in den Krieg oder griff zu den Waffen, alle Waffen waren verschlossen. Wenn die Priester die des Verkehres unter den Sterblichen satte Göttin ihrem Heiligtum zurückgab, ward der Wagen nebst Tüchern und die Gottheit selbst im einsamen See gebadet.

Drei Teile des Nerthuskultes treten deutlich hervor: die Umfahrt der Göttin auf einem Wagen, die freude und der Festjubel an allen Orten, die sie besucht, und der absolute Friede, der herrscht, so lange sich die Göttin an einem Ort aufhält.

Nerthus ist grammatisch Masculin und Femininum zugleich, mythologisch einen doppelgeschlechtliche Gottheit, ein Geschwisterpaar, das zugleich Ehepaar war. Für die Göttin der Erde und Unterwelt wäre die Deutung des Namens „Die Unterirdische" wohl passend, aber nicht für den himmlischen Gemahl. 

 

  Quelle: www.loki.de.tf

(c)  2002 www.JoK-Design.de